Reinigungsflug in 2022 sehr früh am 14.02.                  Was ist zu tun?

Liebe Imkerfreunde,

nun ist es endlich soweit. Die Temperaturprognosen gehen langsam nach oben, die extremen Stürme der letzten Tage haben unsere Bienenvölker sicher ziemlich durchgerüttelt. Die nächsten Wochen werden uns zeigen, wie die Völker den sehr milden Winter in der Uckermark überstanden haben. Kein Vergleich zum Winter 2021. Der Rapsblührechner für die Uckermark deutet schon jetzt darauf hin, dass der Raps, unsere Haupttracht in 2022 viel früher als in 2021 blühen wird. Meine, natürlich noch sehr vagen, Prognosen ergeben einen Blühbeginn für Mitte April. Völker die bis dahin nicht eine entsprechende Stärke erreicht haben, können diese Tracht dann nicht optimal nutzen und tragen wenig ein. Was kann man also tun, um die Entwicklung positiv zu beeinflussen? Noch ist es dafür zu früh. Bei der ersten Durchschau an einem Tag im März weiß man mehr. Extrem wichtig ist die Überprüfung des Futtervorrats, hungernde Völker können sich nicht entwickeln. Eine weitere effektive Methode schwächelnden Völker zu helfen, ist die Optimierung des Wärmehaushaltes. In einem Imkerwagen ist die Beheizung der Völker einfach möglich, bei der Arbeit mit Magazinbeuten nicht. Dennoch gibt es eine Möglichkeit. Man kann den Brutraum anpassen, also die Völker einengen. Dabei wird an die beiden Brutwaben an jeder Seite des Brutnestes ein Wärmeschied gestellt. Das kann Mitte März erfolgen. Im Abstand von etwa 2 Wochen werden die Schiede je nach Entwicklung des Brutnestes immer weiter nach außen gestellt. Die Praxis hat in 2021 gezeigt, dass geschiedete Völker sich wesentlich besser entwickelten und sehr kompakte Brutnester bildeten. Das funktioniert auch bei zweizargigen Völkern, bei denen man mit vier Schieden arbeitet. Anbei zwei Bilder eines angepassten Wärmeschieds. Die Schiede werden mit Spiegelfolie beklebt, was der noch besseren Absorbtion der Wärme dient. Im oberen Bild ist die möglich Anordnung der Rähmchen in der Beute zu sehen. „BW“ ist eine Brutwabe, „S“ das Schied und „FW“ sind Futterwaben.

Ziel: Die wichtigste Tracht in der Ost - Uckermark ist der Raps. Der Raps blüht in der Uckermark zwischen Anfang bis Ende April, in 2021 am 06.05, in 2020 am 09.04. und in 2019 am 25.04. und macht bis zu 80% des Gesamtertrages pro Volk aus. Um diese Tracht optimal nutzen zu können, müssen die Völker also Anfang/Mitte April stark sein und genügend Sammelbienen zur Verfügung haben. In 2021 stand der Raps erst Anfang Mai in Vollblühte und hat ungewöhnlich lange geblüht, Spätraps noch den ganzen Mai. Das dürfte in 2022 anders werden. Umso wichtiger sind starke Völker Mitte April.


Varroa Lage 2020

Auf unserem letzten Vereinstreffen in der Ökostation haben wir über den Varroa-Druck im Bienenjahr 2020 diskutiert. Nach Aussage mehrerer Imker und nach erfolgter Ameisensäurebehandlung sind wenig Milben gefallen. Es wurde vermutet, dass der Varroa-Druck aufgrund der extremen Hitze im Sommer  im Jahr 2020 gering ausfällt.

Einige Monate später sah die Lage jedoch ganz anders aus. Nach erfolgter Oxalsäurebehandlung fielen bei mehreren Imkern hunderte Milben pro Volk. Einzelne Völker waren nicht mehr zu retten und leiden erlitten auch einige Imker große Verluste. Wie auch schon in den Jahren zuvor, scheint trotz vermeindlich gut durchgeführter Ameisensäurebehandlung mit 100-prozentigen Verdunstungsraten, die Behandlung nicht so zu wirken, wie es notwendig wäre.

 

Noch ist es nicht zu spät eine Oxalsäurebehandlung an den Bienenvölkern durchzuführen. Günstig ist es eine Kälteperiode im Dezember zum Träufeln zu nutzen, wie z. B. zwischen dem 03. und 06. Dezember. Am Ende dieser Periode befanden sich die Mehrzahl der Völker in einer Wintertraube. Die Behandlung sollte am 31.12.2020 abgeschlossen sein.

Wer jetzt noch nicht behandelt hat, muss tätig werden!

KONTAKT

Imkerverein Schmölln e.V.

imkerverein-schmoelln@gmx.de

 

 

LESETIPPS

R. Menzel: "Die Intelligenz der Bienen", 2015

J. Tautz:  "Die Honigfabrik"

M. Kuntzsch: "Imkerfragen", 2015

Joachim-Hans Bergmann: "Grundsätze und Verfahren der Basiszucht", 2011

Dr. Gerhard Liebig: "Einfach imkern", 2011